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[Gelesen] Margherita Oggero - Der Duft von Erde und Zitronen

Eulenpost(s): [Gelesen] Margherita Oggero - Der Duft von Erde und Zitronen

Dienstag, 15. Mai 2012

[Gelesen] Margherita Oggero - Der Duft von Erde und Zitronen

Auf diesen Roman bin ich dank vorablesen aufmerksam geworden. Nach dem ich eine Leseprobe gelesen hatte, war ich unglaublich neugierig, wie der Roman wohl weitergeht. Zum Glück habe ich ein Rezensionsexemplar bekommen.
Auf dem Umschlag finden sich nur diese geheimnisvollen Zeilen: Ein Mädchen in einem Versteck - ein Fenster in die Welt - ein Buch, mit dem das Leben beginnt.
Wie kann man da nicht neugierig werden?



Verlag: btb Verlag
Seiten 320
Preis: 9,99 Euro
Genre: Familie, Drama













Inhalt laut Umschlag: Wie eine Gefangene lebt Imma in der Wohnung einer Tante hoch im Norden Italiens, weit weg von ihrem Heimatdorf bei Neapel. Die Dreizehnjährige ist in großer Gefahr, denn als der Sohn des Clanchefs sie zu vergewaltigen versuchte, schlug sie mit einem Stein zu. Jetzt soll sie dafür bezahlen. Die Tage am Fenster in der Wohnung der Tante scheinen endlos, und Imma sehnt sich nach ihrer Familien, nach der Natur, dem Duft von Erde und Zitronen. Ihr Freiheitsdrang wird immer stärker, bis sie sich schließlich stundenweise hinausschleichen kann in die Stadt und dabei den jungen Buchhändler Paolo kennen lernt. Seine Bücher eröffnen ihr eine neue Welt und geben ihr den Mut, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.

Erster Leseeindruck: Ich hatte den Inhaltstext nicht gelesen, weder vor der Leseprobe noch als ich das Buch in Händen hielt. So bleiben viele Andeutungen auf den ersten Seiten des Romans nebulös, erzeugen eine untergründige Spannung und lassen den Leser sofort in die Welt von Imma und ihrer Familie eintauchen.

Fazit: Seit langem war ich mal wieder so tief in eine Geschichte eingetaucht, dass ich in meinem Alltag, wenn ich nicht lesen konnte, bei Imma und ihrer Familie war. Ich grübelte darüber, was wohl alles geschehen war, warum Imma sich wirklich versteckt halten muss und was ihr das Schicksal noch bringen wird.
Der Schreibstil ist schlicht, direkt und leicht zu lesen. Die Beschreibungen der Umgebung und die Gedanken der einzelnen Figuren wirken authentisch und erwecken die Handlung zum Leben. Überraschend waren für mich der Perspektivwechsel: denn die Geschichte wird nicht allein aus Immas Perspektive heraus erzählt, auch die Tante, die Oma und der Onkel kommen zu Wort. Dabei wird zwischen verschiedenen Zeitebenen gewechselt, die rückblickend und schrittweise Immas gegenwärtige Situation nach und nach beleuchten. Es ist aber keineswegs so verwirrend, wie es nun klingen mag. Ein Perspektivwechsel findet immer nur mit jedem Kapitel statt und da die Kapitel zum Teil recht kurz gehalten sind, fällt es nicht schwer den Handlungssträngen zu folgen. Zudem gelingt es der Autorin sehr gut, jedem "Erzähler" einen eigenen Sprach- und Erzählstil zu verleihen, so dass schon an der Wortwahl schnell immer zu erkennen ist, wer gerade spricht.
Die Handlung verbirgt aber viel mehr als der Inhalt auf dem Umschlag vorgibt. Und das ist auch das Besondere an diesem Roman. Mit dem Schicksal Immas wird eine ganze Gesellschaft näher beleuchtet, die uns allerdings fremd vorkommen muss. Es ist die Gesellschaft in den kleinen Dörfern Italiens, die von Clans regiert wird und ihre eigenen Gesetze schreibt. Diese sind vor allem für die Frauen sehr eng umgrenzt. Der Roman beschreibt das Leben dreier Frauen, die alle auf ihre Weise versucht haben, ein glückliches Leben zu führen und auf diesem Weg viele Rückschläge einstecken müssen. Jeder Versuch, die bestehende Gesellschaftsordnung zu hinterfragen oder gar zu verändern, zieht sie tiefer in den Sumpf aus Verantwortung, Verpflichtung und Angst hinein.
Der Duft von Erde und Zitronen ist ein wunderbarer Familien- und Frauenroman gekleidet in das traurige Schicksal eines kleinen Mädchens, das sich wehrte. Ich hab bisher so eine Art von Roman noch nicht gelesen gehabt. Vielleicht keine Strandlektüre, aber unbedingt lesenswert!!



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3 Kommentare:

Am/um 15. Mai 2012 um 21:20 , OpenID anlisunendlichegeschichte meinte...

Danke für den Tipp! Das Buch ist gleich mal auf meine Wunschliste gewandert!

 
Am/um 17. Mai 2012 um 04:52 , Blogger Tanja meinte...

Wie ich sehe, hat dir der Roman von Margherita Oggero so gut gefallen, dass du zwischendrin sogar an Imma denken musstest. Bei mir kommt sowas ziemlich selten vor, aber bei dieser Geschichte war es anders. Schöne Rezension!

Viele Grüße,
Tanja

 
Am/um 17. Mai 2012 um 10:32 , Blogger christerl meinte...

Danke für den Tipp, ich mag italienische Geschichten generell sehr gerne :)

 

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