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[Gesehen] Buddenbrooks

Eulenpost(s): [Gesehen] Buddenbrooks

Mittwoch, 9. Mai 2012

[Gesehen] Buddenbrooks

Bei meiner Mutter habe ich die DVD zu der Verfilmung von Thomas Manns Familiengeschichte gesehen. Ich dachte, dass wäre eine interessante Ergänzung zum Roman.
Also habe ich mir den Film gestern angeschaut...

Inhalt laut DVD-Hülle: Die renommierte Kaufmannsfamilie Buddenbrook hat ihr ganzes Denken und Handeln den Erfordernissen ihrer Firma untergeordnet. Dabei bleibt alles auf der Strecke, was nach selbstbestimmtem Leben aussehen könnte, nach Liebe und nach Kunst - der Verzicht auf das eigene Glück erscheint geradezu als Vorbedingung für den Geschäftserfolg. Die Menschen scheitern ecistenziell - die Firma geht unter.


Erster Eindruck: Die Geschichte steigt ein, wenn Antonie, Thomas und Christian junge Erwachsene sind.Die Kulisse wirkt verstaubt, steif... ganz so wie man sich das 19. Jahrhundert vorstellt. Es werden schnell viele Haupt- und Nebenfiguren eingeführt, der Zuschauer ist zunächst verwirrt, orientierungslos.

Fazit: Kennt man den Roman, erscheint es unvorstellbar, wie man solch ein Monument verfilmen will. Die Familie Buddenbrook besteht schon aus vielen Protagonisten, die alle am Verfall der Firma teilhaben. Dann noch die vielen Nebenfiguren, die Einfluss auf den Charakter der Familie nehmen... kann das gut gehen?
Setting und Kostüme sind absolut stimmig. Die Ausleuchtung ist insgesamt eher düster und verschwommen gehalten, so dass das drohende Unheil schon zu Beginn des Films angekündigt wird. Dies scheint mit der Geschichte allerdings zunächst noch nicht übereinzustimmen. Natürlich ist die Handlung im Vergleich zum Roman stark gerafft, wenngleich der Film immer noch stolze 145 Minuten umfasst. Die Figuren wirken so auch wenig ausgestaltet, oberflächlich und maskenhaft. Als ob die (Star-)besetzung nur in ihre Kostüme gesteckt wurde, ohne Gefühl und Tiefe.
Das ist auch die schärfste Kritik, die ich an diesem Film üben möchte. Ich habe mich schnell gelangweilt. Denn anders als im Roman, wird es zu keiner Zeit spannend und ich konnte als Zuschauer nicht mitfühlen. Während es Thomas Mann mit seinem Werk gelingt, mit feiner Wortwahl die Charaktere auszumalen und so jeder einzelnen Geschichte die notwendige Aufmerksamkeit schenkt. Dies gelingt dem Regisseur Heinrich Breloer nicht. Der Zuschauer wird in eine Familientragödie hineingeworfen, ohne recht zu verstehen, wer welche Rolle in dieser Misere spielt. Die hingeworfenen Weisheiten und Mahnungen verpuffen ins Leere, bleiben hohl. Die gezeigten Emotionen wirken oberflächlich und unglaubwürdig.
Der Roman war wohl letztendlich zu groß für die Leinwand. Schade eigentlich.

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2 Kommentare:

Am/um 10. Mai 2012 um 21:35 , Anonymous MissBee meinte...

Mir hat am besten die Buddenbrooks-Verfilmung von 1959 gefallen. Aber meiner Meinung nach kann keine Verfilmung diesem Roman gerecht werden.

 
Am/um 10. Mai 2012 um 21:50 , Blogger Melissa meinte...

Danke für den Tipp! Die Verfilmung schau ich mir dann auch nochmal an. Aber vermutlich wirst du Recht behalten. Solch ein beinahe schon Epos zu verfilmen, ist wirklich schwer.

 

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