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[Gelesen] Jay Asher–Tote Mädchen lügen nicht

Eulenpost(s): [Gelesen] Jay Asher–Tote Mädchen lügen nicht

Donnerstag, 9. Mai 2013

[Gelesen] Jay Asher–Tote Mädchen lügen nicht

Über dieses Buch hatte ich ja irgendwie nur Gutes gehört. Hab ich euch mal erzählt, dass mich so etwas besonders kritisch macht? Ich warte dann geradezu nur auf eine negative Kritik. Aber die gab es nicht. Da Lesegiraffe dann so freundlich war, eine kleine Wanderrunde mit dem Buch zu machen, meldete ich mich ganz flott. Denn ich wollte mir nun endlich meine eigene Meinung dazu bilden.
S7300029

Verlag: cbt Taschenbuch
Seiten: 283
Preis: ca. 10 Euro
Genre: Jugendbuch, Drama



INHALT Eines Tages findet Clay einen Schuhkarton mit 14 Kassetten vor seiner Haustür. Sie sind von Hannah. Doch Hannah ist schon tot. Denn sie hat sich umgebracht. Auf den Kassetten erzählt sie nun, wie es dazu kam. Auf jeder Kassettenseite erzählt sie eine Geschichte, in die ein Mensch aus ihrer Schule involviert ist. Doch was hat Clay mit Hannahs Tod zu tun?
MEINE ERWARTUNGEN Ich las häufig, wie erschüttert und berührt die Leser dieses Buches waren. Ähnliche Reaktionen erwartete ich somit auch bei mir. Es sollte mich bewegen, beeindrucken auf irgendeine Weise.
MEINE EINDRÜCKE Clay ist natürlich geschockt, als er begreift, von wem die Kassetten stammen, die er plötzlich vor seiner Tür findet. Noch ist er sich nicht sicher, ob er sich das alles anhören mag, was Hannah zu erzählen hat. Doch dann siegt die Neugierde und der Wunsch, Hannah zu verstehen. Warum hat sie sich das Leben genommen?
Die Handlung verläuft auf zwei Ebenen. Einmal begleiten wir Clay, wie er durch die Stadt streift, einen Walkman auf den Ohren. Je länger er zuhört, desto aufgewühlter wird er und nach und nach beginnt er sich selbst an Einzelheiten zu erinnern, von denen Hannah erzählt. Seine Beziehung zu ihr wird dem Leser Stück für Stück deutlicher. Und ebenso wie er fragt sich der Leser schon bald: warum hat er die Kassetten bekommen?
Auf der zweiten Ebene spricht Hannah. In kursiver Schrift liest der Leser, was Hannah ihrem Zuhörer aus ihrem Leben erzählt. Auf 13 Kassettenseiten in 13 Geschichten erklärt sie, wer eine Teilschuld an ihrem Selbstmord hat.  Sie spricht nicht aus Rache, vielmehr möchte sie dem Zuhörer bewusst machen, dass jede unserer Taten und auch Nicht-Taten das Leben eines anderen beeinflussen können.
Die Botschaft der Geschichte wird recht schnell deutlich. Die einzelnen kleinen Anekdoten, die Hannah erzählt, wirken zum Teil wie völlig normale Teenagergeschichten. Welcher Ernst dahinter steht, das zeigt Hannah dem Leser schnell auf. Für mich war das allerdings manchmal schwer zu verstehen. Denn viele der Geschehnisse sind für mich typisch amerikanisch: die Partys, die Grüppchenbildung und die Sorge um seinen Ruf an der Schule. Ich persönlich kenne das aus meiner Schulzeit nicht. Aber vielleicht hat sich das ja auch verändert.
Des Weiteren habe ich mich gleich schon zu Beginn gefragt, ob jemand, der beschlossen hat, aus dem Leben zu gehen, zu solch einer Tat noch fähig wäre: einen Tag lang auf Band seine Lebensgeschichte erzählen, alles verpacken und organisieren. Denn es wird deutlich, dass Hannah dies von langer Hand geplant hatte. Ich dachte immer, dass Selbstmörder sehr stark auf sich konzentriert sind, zumindest kurz vor Schluss. Die wenigsten erklären ihren Tod. Naja, das ist nur meine Wahrnehmung.
Nichtsdestotrotz fand ich den Roman wirklich gut! Hannah ist ein sehr interessanter Charakter. Aber besonders berührend fand ich Clay. Wie er empfindet, leidet und erzürnt, wenn er sich die Kassetten anhört, das fand ich wirklich berührend.
FAZIT Jay Asher hat es mit einer interessanten Idee wirklich gut geschafft, das komplizierte Leben eines Teenagers (in Amerika) einzufangen. Das Buch offenbart deutlich, wie sehr unsere Handlungen miteinander verknüpft sind und dass wir besser darauf achtgeben sollten, was wir bei anderen anrichten, wenn wir etwas vermeintlich Harmloses in Gang setzen. Sicherlich hätte man an der ein oder anderen Stelle noch in die Tiefe gehen können, aber die Grundaussage ist wirklich deutlich geworden. Eine wunderbare Schullektüre, finde ich …
4Eulen

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8 Kommentare:

Am/um 9. Mai 2013 um 11:35 , Blogger DieJai meinte...

Das steht auch schon lange auf meiner Wunschliste und deine Rezi sagt mir nur einmal mehr, dass ich es mir mal besorgen muss.

LG
Jai

 
Am/um 9. Mai 2013 um 12:05 , Blogger Psychopüppi meinte...

Wie schon erwähnt kommt es bei mir als nächstes dran.
Und Selbstmörder sind nicht immer impulsiv. Es kann gut sein, dass jemand so etwas im Langen plant, es gibt ja auch Abschiedsbriefe, die schon Monate vorher geschrieben wurden. Je nachdem aus was für einem Motiv der Suizid passiert (Rache an den Mitmenschen ist manchmal ein Grund), hinterlassen einige Menschen Dinge/Erklärungen oder nicht :)
Sorry für den langen Text aber mir ist das beim Lesen aufgefallen dass das unlogisch für dich war^^

 
Am/um 9. Mai 2013 um 12:50 , Blogger DieJai meinte...

Ich habs mir gerade bei Tauschticket angefordert. Also vielen Dank für die Rezi :-)

 
Am/um 9. Mai 2013 um 13:27 , Blogger Ahnungslose Wissende meinte...

An sich wäre das wirklich eine gute Schullektüre, aber ob sich einige Eltern nicht schon bei dem Titel "einschalten" ist die Frage...
Ich finde es auch eher befremdlich, alles vor seinem selbst bestimmten Ableben auf Band zu sprechen, aber irgendwie ist es letztlich doch nicht unüblich...Ein Mädchen aus Kanada, dass sich wegen Mobbing in der Schule das Leben nahm, drehte kurz vor ihrem Tod ja auch ein Video, in dem sie ihre Geschichte erzählte...

Liebe Grüße und danke für diese Rezension.

 
Am/um 9. Mai 2013 um 13:48 , Blogger Melissa meinte...

gerne :o)

 
Am/um 9. Mai 2013 um 13:49 , Blogger Melissa meinte...

Ich denke auch nicht, dass alle impulsiv sind. Aber wie auch im Buch von Clay angesprochen, ist es doch schwer, die Handlungen eines Selbstmörders zu verstehen. Ich spreche da leider auch aus eigener Erfahrung...

 
Am/um 9. Mai 2013 um 13:50 , Blogger Melissa meinte...

Der Titel ist natürlich provokativ. Allerdings relativiert sich das im Laufe der Geschichte ein wenig. Hannah gibt zu, nur IHRE Wahrheit zu erzählen. Die andere Sicht der Dinge eben. Das fnad ich wirklich gelungen.

 
Am/um 11. Mai 2013 um 12:02 , Blogger weisselilie meinte...

schöne Rezi :) Hab das Buch vor ich glaube 2, 3 Jahren gelesen und naja es war nicht schlecht hat mich aber nicht ganz überzeugt. Vielleicht, wenn ich es jetzt noch einmal lesen würde, wäre meine Meinung anders aber jetzt...
Das Problem mit Suizid hab ich vor kurzem auch persönlich erlebt. Man frisst alles in sich hinein und meint vielleicht die anderen könnten doch eine Änderung spüren und dann ist man enttäuscht wenn nicht und der letzte Ausweg scheint das Ende zu sein... Vielleicht sind die Kassetten der letzte Hilferuf (auch wenn er hier schon zu spät ist), vielleicht wollte Hannah dabei erwischt und vom Leben überzeugt werden.. Naja das ist jetzt viel Text mit viel Hypotetischem Gerede, ich hab nur in letzter Zeit viel darüber nachgedacht...
Auf jeden Fall kann ich mir es gut als Schullektüre vorstellen, wäre vielleicht besser gewesen als "Nibelungenlied".
Wobei ja jeder eine andere Meinung zu Schullektüren hat ;)

Schönes Wochenende
Weisselilie

 

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